Jordanien

Wadi Rum und die Wüste

„Unermesslich, vom Echo widerhallend und göttlich“ – mit diesen Worten beschrieb T.E. Lawrence das Wadi Rum (Ramm). Das unter Naturschutz stehende Gebiet ist die ausgedehnteste und prächtigste von Jordaniens Wüstenlandschaften, aber keinesfalls die einzige. Jordanien ist von zahllosen Tälern von überwaltigender Schönheit durchzogen: Von den messerscharfen Dünen des Wadi Araba bis zum Wadi Mujib, Jordaniens Antwort auf den Grand Canyon.
Es gibt viele Möglichkeiten, Wadi Ramms unberührte und schutzwürdige Wüstenschlupfwinkel zu erkunden. Anspruchsvolle Trekker werden von seinen herausfordernden Aufstiegen auf bis zu 1754 m Höhe angelockt, während der Durchschnittswanderer sich ebenso an einem einfachen Gang durch die farbenprächtigen Sandstein jabals (Berge) und Canyons erfreuen kann. Felskletterer mit großer Abenteuerlust werden wohl eine der Direktrouten zu Jordaniens zweithöchstem Berg, dem Jabal Ramm, ausprobieren. Diejenigen von ruhigerer Veranlagung werden vielleicht einen Kamelritt oder eine Nacht unter den Sternen in einem Beduinenzelt vorziehen.
Verhältnismäßig wenige der jordanischen Beduinen folgen noch der Lebensweise ihrer Vorfahren. Die meisten haben sich in den Städten niedergelassen und man findet sie in allen möglichen Lebensverhältnissen. Doch sind die niedrigen schwarzen Zelte und Packkamele noch nicht ganz aus der Landschaft verschwunden und viele Reisende werden eine Einladung von den traditionsbewussten Wüstenbewohnern zum Essen oder zum Kaffee als schönste Erinnerung mitnehmen. Naturliebhaber werden von der Wüste im Frühjahr angezogen, wenn Regenfälle die Hügel zum Ergrünen bringen und hunderte von Wildblumenarten zu blühen beginnen. Rote Anemonen, Klatschmohn und die eindrucksvolle Schwarze Iris, Jordaniens Nationalblume, wachsen dann soweit man blickt, am Straßenrand sowie in abgelegenen Gegenden.